Positionierung der CSU „Beratzhausen stärken – Kaufkraft erhalten!“

Leserbriefe und Postwurfsendungen der letzten Wochen zum Thema „Ansiedlung eines Vollsortimenters“ könnten den Eindruck erwecken, Beratzhausen sei gegen die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes auf dem Gelände unterhalb des Freibades. Wir respektieren grundsätzlich jegliche Form der demokratischen Meinungsäußerung, möchten aber mit dieser Resolution unsere Position darstellen.

Viele Gespräche und Zuschriften der letzten Wochen zeigen uns, dass die veröffentlichte Meinung nicht annähernd der öffentlichen Meinung entspricht. Wir sind überzeugt, die Bevölkerung in Beratzhausen ist mehrheitlich für die Ansiedlung eines Vollsortimenters an dem vorgeschlagenen Standort und wir sehen folglich die Entscheidung der Mandatsträger für richtig an.

Die Abwägung von verschiedenen der Interessen und Einwänden ist immer ein schmaler Grad. Bei der Grundversorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs fällt die Beurteilung der Priorität eindeutig aus:

Die CSU Beratzhausen spricht sich deutlich und nachdrücklich für die Realisierung eines Vollsortimenters und ggf. einer weiteren Ansiedelung eines Discounters aus.

Begründung:

Diskussion seit 2012

Die Einkaufsituation in Beratzhausen kann im Vergleich mit den Nachbargemeinden wohl als eine der schlechtesten in der Region bewertet werden. Seit 2012 wurden verschiedenste, teilweise leider sehr unstrukturierte Versuche unternommen, einen Verbrauchermarkt im Ortszentrum anzusiedeln. Alle diese Versuche sind bekanntlich aus verschiedenen Gründen gescheitert.

Heimat und Umweltgedanke

Auch uns liegen der Erhalt der Heimat und der Umweltgedanke am Herzen. Dies beweisen auch jüngere Beschlüsse im Marktratsgremium (z.B. Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers, Errichtung einer E-Lade-Säule, stromsparende Erneuerung der Straßenbeleuchtung, nahverdichtete und flächensparende Bauweise im Bebauungsplan Zehentberg VI mit bis zu drei Vollgeschossen). Ein dauerhafter „Einkaufs-Pendel-Verkehr“ in umliegende Kommunen stellt in unseren Augen keinen Beitrag zum Umweltschutz dar.

Flächenfraß

Wir erkennen an, dass Flächenfraß in manchen Kommunen ein Problem darstellt. Der Flächenverbrauch auf dem Gebiet der Marktgemeinde bewegt sich jedoch in den letzten Jahren auf einem verschwindend niedrigen Niveau. Weiterhin lehnen wir die Darstellung bzw. Forderung vehement ab, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Beratzhausen für den Flächenverbrauch anderer Kommunen mit eigenem „Verzicht bezahlen“ müssen. Die Realisierung eines Vollsortimenters stellt keinen übertriebenen und unnötigen „Industriebau“ dar, sondern gehört zur Grundversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger.

Kaufkraft und Qualität erhalten

Als Gemeinde mit über 5.500 Einwohnern brauchen wir wieder einen Vollsortimenter. Die umliegenden Kommunen zeigen uns: Einzelhandelseinrichtungen ziehen Kaufkraft an und damit weitere Läden und Geschäfte. Das Problem in Beratzhausen ist aber ein tiefgreifenderes: Es geht nicht darum Kaufkraft auszubauen, sondern einen Rest an Kaufkraft zu erhalten. In Deutschland werden statistisch ca. 150 Euro monatlich pro-Kopf für den Erwerb von Lebensmitteln aufgewendet. In Beratzhausen entspricht das einer jährlichen Kaufkraft von rund 10 Mio. Euro. Uns liegen keine regionalen Zahlen vor, aber es dürfte nicht nur ein subjektiver Eindruck sein, dass ein großer Teil dieser 10 Mio. nicht in Beratzhausen ausgegeben wird oder ausgegeben werden kann.

Wir sehen es deshalb als notwendig an, die Entscheidung für einen Vollsortimenter zügig zu treffen, denn mit jeder weiteren Standortdiskussion verlieren wir Zeit und Kaufkraft.

Fazit:

Wir sehen in der Ansiedelung eines Vollsortimenters an diesem Standort eine Chance für neue Impulse in Beratzhausen. Es wäre ein fatales Zeichen an Investoren, wenn dieses Projekt scheitern würde.

 

Matthias Beer
CSU Ortsvorsitzender
Positionierung einstimmig beschlossen von den anwesenden Vorstandsmitgliedern im CSU Ortsvorstand am 09.11.2018 (8:0)