Aus dem Marktrat 27.05.2019

Nachversorgungszentrum Beratzhausen

Am Montag hat der Marktrat weitere Beschlüsse zum Nahversorgungszentrum am Kreisverkehr gefasst. Unter anderem wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde, der Bebauungsplan mit Grünordnungsplan, die Errichtung bzw. Verlegung einer Bushaltestelle und einer Fußgängerbrücke über die Laber zur Verbesserung der fußläufigen Anbindung der Einkaufsmärkte auf den Weg gebracht.

Damit erfüllt die Gemeinde aber auch der Investor Vorgaben und Auflagen verschiedener Fachstellen. Der Investor hat beispielsweise im neuen Bebauungs- und Grünordnungsplan mehrere Zugeständnisse gemacht. Die Gebäudehöhen werden deutlich niedriger als ursprünglich geplant und sind mit 10 Meter vergleichbar mit der Giebelhöhe normaler Einfamilienhäuser. Die Werbeanlagen sind auf maximal 7 Meter begrenzt. Als Leuchtmittel im Außenbereich sind ausschließlich insektenfreundliche, warmweiße LED Lampen zulässig um der sogenannten „Lichtverschmutzung“ entgegenzutreten. Die Fassaden sollen mit Holz verkleidet werden und die Gebäude verschwinden vom Kreisverkehr kommend hinter mindestens gebäudehohen Bäumen und Hecken. Die Planung legt dabei größtmöglichen Wert auf die Berücksichtigung der Umweltbelange.

Bei der Sitzung waren sämtliche mit dem Fall betrauten Fachleute anwesend, u.a. der mit dem Flächennutzungsplan der Gemeinde betraute Landschaftsarchitekt Bernhard Bartsch, die Investoren der Firma KIST sowie die beiden Expansionsleiter von EDEKA und NETTO.

Die Aussagen der Vertreter von EDEKA und NETTO waren eindeutig: „Wir haben mehrere Standorte in Beratzhausen geprüft und durchgerechnet, auch den Zehentberg, das Gewerbegebiet und das Wiendl-Areal. Für uns kommt kein anderer Standort in Frage. Die Absagen wurden auch denen mitgeteilt, die die die Vorschläge an uns herangetragen haben.“

Laut den beiden Betreibern ist für die Tragfähigkeit der Märkte die Lage am Knotenpunkt A3<>Hemau und Beratzhausen<>Laaber Voraussetzung. Der Standort am Wiendlgelände ist für die Geschäftsstrategie von EDEKA mittlerweile zu klein und kann das Standardsortiment von 15.000 bis 17.000 Artikeln nicht aufnehmen. Zum Vergleich: Ein Netto-markt führt ein Sortiment von ca. 4.000 Artikeln.

Die Beschlüsse wurden 13:6, mit den Stimmen der CSU (eine Ausnahme), der SPD und CWV und einer Stimme der UB gefasst.

Der CSU Ortsverband hat sich sehr früh, bereits im November 2018 in einem Strategiepapier und im Januar 2019 im Jahresrückblick positiv zum Nahversorgungszentrum positioniert. Wichtig ist uns immer eine realistische und vor allem unemotionale Sicht auf die Sachverhalte.

In der öffentlichen Diskussion waren Meinungen von, „Es ist bereits genehmigt“ bis „Es hat nie eine Chance auf Genehmigung“ vorhanden. Unser Tenor war stets: „Wir befürworten den Standort aus verschiedenen Gründen und werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass er realisiert werden kann – aber es gibt noch rechtliche Hürden zu überwinden.“

 

Als nächste Schritte folgen nun die weitere Bewertung durch die Regierung der Oberpfalz und notwendige Beschlüsse im Kreistag. Außerdem steht voraussichtlich ein Bürgerentscheid an und die Bürger werden ggf. an die Wahlurne gebeten.

 

Kommunaler Wohnungsbau

 

Der Gemeinderat hat außerdem einstimmig den Plan des IB Christoph für die Schaffung von Wohnungen im Rahmen des Förderprogramms für den Kommunalen Wohnungsbau gebilligt. Auf dem Areal des ehemaligen „Dirrigl Anwesens“ neben dem bisherigen Feuerwehrhaus entstehen so insgesamt fünf Wohnungen. Nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses bestünde auch die Möglichkeit das Projekt noch durch weitere Gebäude zu erweitern. Ausführlich diskutiert wurde dabei die Parkplatzsituation vor Ort und die Nähe zu bestehenden Bebauungen. Die Gemeinde Beratzhausen begegnet damit der Problematik steigender Mieten im Umland um Regensburg. Für das Vorhaben erhält die Gemeinde eine Förderung von 30% der Investitionssumme und 60% zinsloses Darlehen. Ins Rollen gebracht haben das Projekt zeitgleich die Gemeinderäte von CSU und SPD.

 

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